Indogermanische sprache


30.12.2020 08:30
Indogermanische Sprachen - Lehrstuhl fr vergleichende
die Theorien, die eine ursprngliche Verwandtschaft des Indogermanischen mit anderen Sprachfamilien annehmen. Um die beiden Thesen auf den Prfstand zu stellen, analysierten Atkinson und seine Kollegen 6000 sogenannte Kognate aus insgesamt 103 ausgestorbenen und noch existierenden indoeuropischen Sprachen. Haarmann breitet das Kulturgeschichtliche und Archologische strker aus sein Buch heit daher Auf den Spuren der Indoeuroper, Kausen ist wie schon der Titel Die indogermanischen Sprachen andeutet, systematischer und vollstndiger im Linguistischen. Ein Forscher hat sogar 20 solcher Zufallshnlichkeiten zwischen dem westafrikanischen Hausa und dem Deutschen gezhlt, beispielsweise hak hacken, graben, wandar wandern und naas nass. Und der von Haarmann ausgiebig zitierte Hollndische Palo-Linguist Robert Stephen Paul Beekes geht davon aus, dass sich im Altgriechischen zahlreiche Lehnwrter der Pelasger finden so nannten die aus dem Norden einwandernden Griechen selbst die nicht-indogermanische alteuropische Urbevlkerung. Dieses Ergebnis strkt eine der beiden gngigen Theorien zum Ursprung der indoeuropischen Sprachen. Die  Vorgeschichte bekannter Ereignisse der Zeitpunkt des ersten Nachweises einer toten Sprache sowie Ereignisse, die sich aus archologischen Befunden oder historischen Belegen schlieen lassen,  werden verwendet, um den abgeleiteten Sprachfamilienstammbaum auf den Zeitaspekt zu kalibrieren. Zusammen bilden sie die indogermanische Sprachfamilie.

Kausen schreibt dazu: Wenn zwei oder mehrere Sprachen bereinstimmungen in Wortschatz und Formenbildung aufweisen, die so zahlreich und systematisch sind, dass man sie weder auf Zufall noch auf Sprachuniversalien oder Entlehnungen zurckfhren kann, dann ist die einzige sinnvolle Erklrung, dass diese Sprachen. Den Nachweis dafr liefert die linguistische Palontologie: Bestimmte Wrter, die im Zusammenhang mit der Technik von Radfahrzeugen benutzt werden, finden sich  in allen Zweigen der indogermanischen Sprachfamilie wider. Ihre Verbreitung ber Europa und Asien soll dieser These zufolge vor etwa 50 Jahren begonnen haben. Ber ihre Arbeit berichten sie im Fachmagazin Science. Die litauisch-amerikanische Archologin Marija Gimbutas glaubte schon in den Fnfzigerjahren, die Erbauer der in dieser Weltgegend vorkommenden Jahrtausende alten Hgelgrber, die Kurgane genannt wurden, seien die ersten Indogermanen gewesen. Allerdings gibt es auch Kritik an der Studie. Es gibt Forscher, die mit guten Argumenten von einem nicht geringen Anteil semitischer Substratwrter im Germanischen ausgehen. Hethitisch ist die lteste schriftlich berlieferte indogermanische Sprache Quelle: picture alliance / akg-images Die Bcher von Kausen und Haarmann ergnzen sich gut, weil sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Prominente Beispiele fr solche bernahmen seien metallon, denn die Metallverarbeitungstechnologie wurde nach neuerer Lehrmeinung um 5400. Lexik mit Verbreitung von Sprechern kombiniert. Ltere Annahmen, wonach die Urheimat in Mitteleuropa liege (was natrlich den Nazis gefiel) oder im Kaukasus zu verorten sei, vertreten blo noch Auenseiter. In Ruinenstdten in westchinesischen Taklamakan-Wste fand man Schriften in Tocharisch - einer sehr alten, lngst untergegangenen Sprache der indogermanischen Familie Quelle: Flickr Vision/Dommergues/Getty Anzeige Zuletzt haben der groe amerikanische Linguist Joseph Greenberg und einige seiner Schler eine eurasiatische Sprachfamilie propagiert. Und man wei heute auch viel mehr ber die frhen Indoeuroper und die indoeuropischen Sprachen als noch vor einigen Jahrzehnten. Nach und nach die dravidische Urbevlkerung des ganzen Subkontinents untertan machen. Anzeige (Science, ILB). Anzeige, darber hinaus knnen Sprachen so viele Lehnwrter aufnehmen und so komplexe Lautvernderungen durchlaufen, dass ihre wahre Herkunft sich verschleiert.

Dabei darf man sich nicht von zufllig hnlichen Wrtern tuschen lassen. Jahrtausend vor Chr.) und Zugtier fr Wagen und Pflug (ab dem. Das Armenische beispielsweise hat im Laufe seiner mindestens 3000-jhrigen Geschichte eine solche Menge von Wrtern aus anderen Sprachen bernommen, dass lange Zeit umstritten war, ob es sich berhaupt um eine indogermanische Sprache handelt und ob es vielleicht zu iranischen Sprachfamilie gehrt. Zur indogermanischen Sprachfamilie gehren alle Weltsprachen auer dem Chinesischen und Arabischen. Dort fand man auch hellhutige und blonde uralte Mumien. Daneben wird nur die Anatolien-Theorie des Briten Colin Renfrew ernsthaft diskutiert. Zwei streitbare Lager, heute sprechen etwa drei Milliarden Menschen eine der indoeuropischen Sprachen, zu deren Hauptzweigen die keltischen, die germanischen, die italischen sowie die balto-slawischen und die indo-iranischen Sprachen gehren. Die zahlreichen Einzelsprachen lassen sich - abgesehen von bruchstckhaft berlieferten Sprachen - in elf groe Sprachgruppen unterteilen. Durch die Kolonisation Amerikas, Australiens, Afrikas und Sibiriens haben sich die Sprachen weiter auf allen Kontinenten ausgebreitet. Auch das Haus-Wort boko westliche Bildung im Namen der berchtigten Terrorsekte Boko Haram hat nichts mit dem englischen book zu tun, obwohl die angelschsische Sprachwissenschaft das lange glaubte.

Wissenschaftler knnen trotz solcher Schwierigkeiten Zufallshnlichkeiten von genetisch begrndeten Wortgleichheiten unterscheiden. Die Abwesenheit des Femininums war wohl eher Ausdruck der Geringschtzung der Frau: Die ur-indogermanische Kultur war von mnnlichen Anfhrern beherrscht, whrend ihre Vorgngerkultur in Europa als matriachalisch und egalitr gilt. Doch auch im vorliegenden Fall fhrte es zu einer sehr klaren Tendenz: Die mglichen Stammbume verorteten die Ursprache in der berwltigenden Mehrheit der Flle in Anatolien und datierten sie zudem auf eine Zeit weit vor der in der Steppentheorie angenommenen Entstehungszeit. Daraus entwickelte der Computer verschiedene mgliche Stammbume der indoeuropischen Sprachfamilie, die sowohl zeitliche als auch rumliche Informationen enthielten. Wenige Forscher dagegen favorisieren eine andere Theorie, nach der die indogermanischen (indoeuropischen) Sprachen ihren gemeinsamen Ursprung vor 80 Jahren im heutigen Anatolien haben, von wo aus sie sich gemeinsam mit der Landwirtschaft ausgebreitet haben sollen. August 2012, teilen: Zurck zur Startseite. Schon in vorchristlicher Zeit erstreckte sich das indogermanische Gebiet vom uersten Westen Europas bis nach Indien. Indogermanen domestizierten das Pferd hneln sich etwa die Wrter fr Pferd, Pflug, Rad, Achse, Deichsel, Wagen und Joch in den ltesten berlieferten indogermanischen Sprachen, beispielsweise dem altindischen Sanskrit, dem Altgriechischen, dem Hethitischen (dessen Sprecher im heutigen Anatolien ansssig waren dem. Mnnliche Anfhrer auf Pferden, die Mehrheit aller Forscher geht heute davon aus, dass sich das grammatische Femininum erst am Ende der gemeinsprachlichen Zeit entwickelt habe, kurz bevor das Proto-Indogermanische sich sptestens vor 4500 Jahren in verschiedene Sprachen aufzuspalten begann. Neben dem eigentlichen Interesse, der Aufklrung der Geschichte von Sprachfamilien und ihrer Sprecher - sind phylogenetische Stammbume entscheidend fr das Verstndnis der Entwicklung und Diversitt vieler Geisteswissenschaften, von der.

Modell deutet auf anatolische Heimat, dieses Vorgehen wird normalerweise eingesetzt, um den Ausbruch von Viruserkrankungen wie Influenza oder Tollwut anhand der genetischen Information des Erregers nachzuvollziehen, erlutert Atkinson. So stellte man sich um 1880 die Wanderungen der Indogermanen zu Urzeiten vor. So soll es auch in Indien gewesen sein, wo sich berittene indoeuropische Ankmmlinge aus dem Norden, die sich selbst Arier nannten, ab 1700. Die andere, nach der die Sprachfamilie ursprnglich aus der russischen Steppe stammt, erscheine nach den Daten der aktuellen Analyse als uerst unwahrscheinlich, sagt Studienleiter Quentin Atkinson von der University of Auckland. Immerhin hat bereits der frhe Homo Sapiens komplexe Sprachsysteme entwickelt.  Zudem wissen wir aus der Archologie, dass Radfahrzeuge frhestens zu diesem Zeitpunkt aufgekommen sind. Er soll die indogermanischen Sprachen in ihrer geographischen Verbreitung auf dem eurasischen Kontinent umklammern: mit Indisch als der sdstlichsten und Germanisch als der nordwestlichsten indogermanischen Sprachgruppe. Und es ist ein Indiz dafr, dass dessen Sprecher das Pferd domestiziert und zunchst als Packtier (ab dem.

Anzeige, die Idee, dass drei Milliarden heute lebende Menschen 300 Muttersprachen sprechen, die sich aus dem Idiom von Nomaden im Gebiet nrdlich des kaspischen Meeres entwickelt haben, fasziniert. An gelernt haben, denn die Ausbreitung ihrer Sprache und Kultur von Westeuropa bis Indien wre zu Fu kaum mglich gewesen. Die Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, kurz Indogermanistik, hat die sogenannten "indogermanischen" Sprachen zum Forschungsgegenstand. Quelle: picture-alliance / akg-images, das Interesse an den Indogermanen oder Indoeuropern, wie sie auerhalb Deutschlands und mittlerweile auch im grten Teil der wissenschaftlichen Literatur genannt werden, ist gro. Sie liefert eine umfassende, hochwertige Sammlung von Sprachdaten, die sich fr phylogenetische Analysen eignen. Diese seien von Atkinson und seinem Team ebenfalls nicht bercksichtigt worden.

Solche Rckschlsse sind deshalb mglich, weil sprachliche Vernderungen nicht willkrlich, sondern in bestimmten Bereichen nach gleichbleibenden Regeln ablaufen. Ein Keilschrifttafel mit althethitischer Inschrift aus dem. Vorlesen, ein internationales Forscherteam hat die Heimat der indoeuropischen hufig auch indogermanisch genannten Sprachen identifiziert: Die riesige Sprachfamilie mit heute etwa 400 Sprachen stammt ursprnglich aus Anatolien in der heutigen Trkei. Die dort beschriebene Analyse kombiniert ein Modell der Lexik-Entwicklung einzelner Sprachen mit einem expliziten rumlichen Verbreitungsmodell von Sprechern dieser Sprachen. Ernst Kausen: Die indogermanischen Sprachen, Buske-Verlag, 68 Euro Harald Haarmann: Auf den Spuren der Indoeuroper, Verlag. Es gibt vor allem zwei groe Lager, die sich gegenseitig heftig bekmpfen: Das erste vermutet den Ursprung in der russischen Steppe nrdlich des kaspischen Meers, wo die Sprache von halbnomadisch lebenden Reitervlkern gesprochen worden sein soll. Der amerikanische Archologe David Anthony vom Hartwick College in Oneonta, Staat New York, moniert ebenfalls in Science beispielsweise, dass sich die Wissenschaftler lediglich auf Wrter konzentriert htten und Sprachstruktur, Grammatik und hnliches ignorierten. Haarmann propagiert dezent, aber unbersehbar die von Fachkollegen durchaus bezweifelte Hypothese, wonach es eine alteuropische Zivilisation geben habe (von ihm in anderen Publikationen auch Donau-Zivilisation genannt die es im Grad der Entwicklung mit den frhen Hochkulturen des Nahen Ostens aufnehmen konnte.

Selbst die ltesten uns bekannten Sprachen sind also Sptlinge einer langen Entwicklung, die in Afrika begann. Sie kamen aus der Steppen oder aus Anatolien. Interessant werden Bcher oft gerade dort, wo sie mit gebotener wissenschaftlicher Distanz auch Abseitiges und Umstrittenes mitteilen. Vollstndig lsen knnen wird die neue Studie den alten Streit daher wohl nicht, auch wenn sie, wie der Sprachforscher Paul Heggarty vom Max-Planck-Institut fr Evolutionre Anthropologie in Leipzig kommentiert, die Anhnger der Steppen-Hypothese an einigen Stellen durchaus in Erklrungsnot bringe. Diese ausgestorbenen Sprachgruppe kennt man lediglich aus Dokumenten, die in Klosterruinen in Oasen der westchinesischen Taklaman-Wste gefunden wurden.

Wo allerdings die erste indoeuropische Sprache erklang, ist uerst umstritten. Die Forscher konzentrierten sich auf 200 sehr grundlegende Bedeutungen, wie eben Mutter, Vater, Feuer, Wasser oder Verben wie laufen und gehen, und analysierten deren Entwicklung. Indo-European Lexical Cognacy Database (IELex die von der Gruppe, evolutionary Processes in Language and Culture am Max-Planck-Institut fr Psycholinguistik entwickelt wurde. Im Laufe der Zeit nahmen dann die Unterjochten die prestigetrchtigere Sprache ihrer Herren an, so die Theorie. Den Forschungsstand fassen nun neue Bcher zusammen, die von zwei der grten deutschen Autoritten auf dem Gebiet der frhen Sprachgeschichte und der linguistischen Verwandtschaftsbeziehungen verfasst wurden: Ernst Kausen und Harald Haarmann.

Ein groes internationales Team, zu dem auch Max-Planck-Wissenschaftler Michael Dunn zhlt, hat jetzt die Ergebnisse einer innovativen phylogeographischen Bayes-Analyse sprachlicher und rumlicher Daten von indogermanischen Sprachen vorgelegt. Der Terminus selbst wurde 1823 von Julius Klaproth geprgt. Mehrheitlich vertritt die historische Sprachwissenschaft die Auffassung, die indogermanische Sprachfamilie sei vor rund 6000 Jahren in der pontischen Steppe in der heutigen Ukraine entstanden. Etwa die Hlfte der Weltbevlkerung spricht heute eine indogermanische Sprache. Davor scheuen beide Autoren nicht. Die Indogermanen brauchten in ihrer Binnensteppe logischerweise kein Wort fr Meer, sie nahmen die Bezeichnungen fr die groen Gewsser, die sie in Westeuropa, im Iran, in Indien oder eben in gis erreichten, von den Einheimischen. Auch lateinisch vulgus und Deutsch, volk haben nichts miteinander zu tun. 1285 vor Christus lieferten sich das Groreich der indogermanischen Hethither und die gypter eine Schlacht bei Kadesch. Die indogermanischen Sprachen einschlielich des Deutschen wren nach all diesen auf Indizien gesttzten Spekulationen mal mit Koreanisch, Japanisch und den Turksprachen urverwandt, mal mit den Semitischen Sprachen. Beide sind Universalgelehrte (Kausen obendrein emeritierter Mathematikprofessor) mit schier schwindelerregenden Kenntnissen auch abgelegenster Sprachen.

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